Eine der ersten Fragen, die Angehörige im Trauerfall beschäftigt, betrifft die Kosten der Bestattung. Die Preisspanne ist dabei enorm: Von einer einfachen anonymen Feuerbestattung ab 2.000 Euro bis zu einer aufwendigen Erdbestattung mit Trauerfeier und Grabstein für über 20.000 Euro ist alles möglich. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen transparenten Überblick über alle Kostenpositionen, damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können.

Was kostet eine Bestattung im Durchschnitt?

Eine Bestattung in Deutschland kostet im Durchschnitt zwischen 7.000 und 13.000 Euro. Die tatsächlichen Kosten hängen von der gewählten Bestattungsart, der Region, dem Bestattungsinstitut und den persönlichen Wünschen ab.

Die Kosten setzen sich aus drei Hauptbereichen zusammen:

  1. Bestatterleistungen — Überführung, Versorgung, Sarg/Urne, Organisation
  2. Friedhofsgebühren — Grabstelle, Nutzungsrecht, Beisetzungsgebühren
  3. Optionale Leistungen — Trauerfeier, Grabstein, Blumenschmuck, Traueranzeige

Kosten nach Bestattungsart

Erdbestattung: 7.000 bis 20.000 Euro

Die Erdbestattung ist die kostenintensivste Bestattungsform. Der Verstorbene wird in einem Sarg auf einem Friedhof beigesetzt. Die höheren Kosten ergeben sich vor allem durch den größeren Sarg, das größere Grab und die entsprechend höheren Friedhofsgebühren.

Typische Kostenpositionen:

  • Sarg: 300 bis 4.000 Euro
  • Friedhofsgebühren: 1.500 bis 3.700 Euro
  • Bestatterleistungen: 760 bis 2.340 Euro
  • Trauerfeier: 500 bis 2.500 Euro
  • Grabstein: 1.500 bis 7.000 Euro
  • Grabpflege: 150 bis 700 Euro pro Jahr

Feuerbestattung mit Urnenbeisetzung: 3.000 bis 7.000 Euro

Die Feuerbestattung hat die Erdbestattung als häufigste Bestattungsform in Deutschland abgelöst. Nach der Einäscherung im Krematorium wird die Urne auf einem Friedhof beigesetzt — in einem Urnengrab, einer Urnenwand (Kolumbarium) oder einem Gemeinschaftsgrab.

Typische Kostenpositionen:

  • Sarg (auch für Kremation vorgeschrieben): 300 bis 1.500 Euro
  • Einäscherung: 300 bis 600 Euro
  • Urne: 60 bis 500 Euro
  • Friedhofsgebühren: 740 bis 1.600 Euro
  • Bestatterleistungen: 760 bis 2.340 Euro

Seebestattung: 1.500 bis 8.000 Euro

Bei der Seebestattung wird die Asche in einer wasserlöslichen Urne in einem ausgewiesenen Seegebiet der Nord- oder Ostsee dem Meer übergeben. Ein Vorteil: Es fallen keine Friedhofsgebühren, keine Kosten für Grabstein oder Grabpflege an.

Typische Kostenpositionen:

  • Kremation und Urne: 400 bis 1.100 Euro
  • Seebestattung (begleitet, mit Angehörigen): 1.500 bis 3.500 Euro
  • Seebestattung (still, ohne Angehörige): ab 900 Euro
  • Bestatterleistungen: 760 bis 2.000 Euro

Waldbestattung: 2.500 bis 9.000 Euro

Die Waldbestattung — bekannt durch Anbieter wie FriedWald und RuheForst — erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Asche wird in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes in einem Bestattungswald beigesetzt. Grabpflege ist nicht nötig, da die Natur diese Aufgabe übernimmt.

Typische Kostenpositionen:

  • Kremation und Urne: 400 bis 1.100 Euro
  • Baumplatz (Gemeinschaftsbaum): ab 590 Euro
  • Baumplatz (Familienbaum): ab 2.990 Euro
  • Bestatterleistungen: 760 bis 2.000 Euro

Anonyme Bestattung: 2.000 bis 3.000 Euro

Die günstigste Bestattungsform. Die Urne wird auf einem Gemeinschaftsfeld ohne namentliche Kennzeichnung beigesetzt. Es fallen weder Kosten für einen Grabstein noch für Grabpflege an.

Kostenvergleich auf einen Blick

BestattungsartMindestkostenDurchschnittObergrenze
Anonyme Feuerbestattung2.000 €2.500 €3.000 €
Seebestattung1.500 €4.500 €8.000 €
Waldbestattung2.500 €6.500 €9.000 €
Feuerbestattung mit Grab3.000 €5.000 €7.000 €
Erdbestattung5.000 €10.000 €20.000 €+

Einzelne Kostenpositionen im Detail

Bestatterleistungen (760 bis 2.340 Euro)

Jedes Bestattungsinstitut berechnet Kosten für seine Dienstleistungen. Dazu gehören:

  • Überführung und Transport: 50 bis 200 Euro
  • Hygienische Versorgung: ca. 75 Euro
  • Einkleidung des Verstorbenen: 100 bis 250 Euro
  • Behördengänge und Formalitäten: im Grundpreis enthalten
  • Aufbahrung: je nach Dauer und Aufwand

Grabstein und Steinmetz (1.000 bis 7.000 Euro)

Der Grabstein ist oft einer der größten Kostenposten. Die Preise variieren stark je nach Material, Größe und Gestaltung:

  • Einfacher Urnengrabstein: 450 bis 1.500 Euro
  • Grabstein für Einzelgrab (Granit, Standardmodell): 1.500 bis 2.000 Euro
  • Individuell gestalteter Grabstein: 3.500 bis 8.000 Euro
  • Grabeinfassung: 500 bis 2.800 Euro
  • Gravur: 8 bis 55 Euro pro Buchstabe
  • Aufstellung und Genehmigung: 200 bis 850 Euro

Trauerfeier (500 bis 2.500 Euro)

Eine Trauerfeier ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, wird aber von den meisten Familien gewünscht:

  • Trauerredner: 350 bis 650 Euro (in Großstädten bis 1.300 Euro)
  • Trauerhalle: 100 bis 500 Euro
  • Organist oder Musiker: 100 bis 300 Euro (Chor oder Ensemble: bis 1.000 Euro)
  • Blumenschmuck: 100 bis 500 Euro
  • Trauerkarten und Drucksachen: 50 bis 200 Euro

Grabpflege (150 bis 700 Euro pro Jahr)

Die laufenden Kosten für die Grabpflege werden häufig unterschätzt. Bei einem Nutzungsrecht von 20 bis 30 Jahren summiert sich das erheblich:

  • Einfache Pflege (Gießen, Unkraut entfernen): 150 bis 300 Euro jährlich
  • Gärtnerische Vollpflege mit Bepflanzung: bis 700 Euro jährlich
  • Dauergrabpflege (Vertrag mit Friedhofsgärtnerei): 80 bis 400 Euro jährlich

Dieser Posten entfällt komplett bei Seebestattungen, Waldbestattungen und anonymen Bestattungen.

Pflichtkosten und optionale Kosten

Pflichtkosten — nicht vermeidbar

  • Ärztliche Leichenschau und Totenschein (35–80 Euro)
  • Sterbeurkunden (10–14 Euro plus Kopien)
  • Sarg (auch für Feuerbestattung vorgeschrieben)
  • Einäscherungsgebühr (bei Feuerbestattung)
  • Zweite Leichenschau vor Kremation (30–50 Euro)
  • Friedhofsgebühren (Grabstelle und Beisetzung)
  • Grundlegende Bestatterleistungen (Überführung, Formalitäten)

Geschätzte Mindestkosten für Pflichtleistungen: ca. 2.000 bis 3.000 Euro

Optionale Kosten — je nach Wunsch

  • Trauerfeier (Halle, Redner, Musik)
  • Grabstein und Grabeinfassung
  • Blumenschmuck und Kränze
  • Traueranzeige in der Zeitung (200–500 Euro)
  • Trauerkaffee für die Gäste
  • Professionelle Grabpflege
  • Aufwendiger Sarg oder hochwertige Urne

Regionale Preisunterschiede

Die Kosten einer Bestattung unterscheiden sich erheblich nach Region. Friedhofsgebühren werden von den Kommunen festgelegt und variieren teilweise um mehrere Tausend Euro. In der Regel sind Bestattungen in Großstädten und Süddeutschland teurer als in ländlichen Gebieten und Norddeutschland.

Sozialbestattung: Wenn das Geld nicht reicht

Wer die Kosten einer Bestattung nicht aufbringen kann, hat Anspruch auf eine Sozialbestattung nach § 74 SGB XII. Das Sozialamt übernimmt die Kosten für eine einfache, würdige Bestattung.

Wer hat Anspruch?

  • Bestattungspflichtige Angehörige, die die Kosten nicht tragen können
  • Der Verstorbene muss nicht selbst Sozialleistungen bezogen haben
  • Entscheidend ist die finanzielle Situation der bestattungspflichtigen Person

Was wird übernommen?

Das Sozialamt übernimmt die Kosten für:

  • Totenschein und Sterbeurkunden
  • Einfachen Sarg mit Auskleidung
  • Hygienische Versorgung
  • Einäscherung und einfache Urne
  • Überführung und Beisetzung
  • Einfache Zeremonie

Die Höhe der Kostenübernahme variiert je nach Kommune. In der Regel wird eine schlichte, aber würdige Bestattung finanziert. Der Antrag wird beim Sozialamt am Sterbeort gestellt.

Tipps zum Kostensparen

  1. Bestattungsart wählen: Eine Feuerbestattung ist in der Regel deutlich günstiger als eine Erdbestattung
  2. Mehrere Angebote einholen: Vergleichen Sie die Preise von mindestens zwei bis drei Bestattungsinstituten
  3. Auf Gesamtkosten achten: Günstige Grundpreise können durch Zusatzleistungen teuer werden — lassen Sie sich immer ein detailliertes Gesamtangebot erstellen
  4. Reihengrab statt Wahlgrab: Ein Reihengrab ist in der Regel günstiger als ein frei gewählter Grabplatz
  5. Grabpflege selbst übernehmen: Das spart 150 bis 700 Euro pro Jahr
  6. Einfachen Grabstein wählen: Standardmodelle aus Granit sind deutlich günstiger als individuelle Anfertigungen
  7. Trauerfeier im kleinen Kreis: Eine schlichte, persönliche Feier im engsten Familienkreis ist oft würdevoller und gleichzeitig kostengünstiger
  8. Waldbestattung oder Seebestattung erwägen: Keine Kosten für Grabstein, Grabeinfassung und Grabpflege

Bestattungsvorsorge: Kosten zu Lebzeiten sichern

Seit 2004 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen kein Sterbegeld mehr. Wer seine Angehörigen finanziell entlasten möchte, kann zu Lebzeiten vorsorgen:

  • Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto: Einmalzahlung an einen Bestatter mit Preisgarantie. Das Geld ist zweckgebunden und vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt.
  • Sterbegeldversicherung: Monatliche Beiträge, die sich vor allem in jüngeren Jahren lohnen. Achtung: Bei Abschluss im hohen Alter zahlt man oft mehr ein, als ausgezahlt wird.

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